Trimix


Trimix ist ein Gemisch aus den Gasen Sauerstoff, Stickstoff und Helium. Was ist jetzt der Vorteil von Trimix gegenüber Preßluft oder Nitrox ? Nun angenommen wir wollen ein tiefes Wrack auf 65 Metern besuchen, das Wasser ist sehr kalt und wir wollen 20 Minuten Grundzeit haben. Wenn wir jetzt nach einem geeigneten Tauchgas suchen, werden wir feststellen, daß Nitrox ungeeignet ist und daß wir mit Preßluft auf 65 Metern ein ganz schön narkotisches Potential haben. Ein Tiefenrausch wäre auf dieser Tiefe sehr wahrscheinlich. Auf 65 Metern haben wir bei Preßluft einen Sauerstoffpartialdruck von etwa 1,6 bar, dieser wäre für unseren geplanten Tauchgang in Ordnung. Also dachte man sich, man ersetzt einen Teil des Stickstoff in der Atemluft durch Helium, welches nicht so narkotisch wirkt wie Stickstoff. Wenn wir etwa die Hälfte des Stickstoffs durch Helium ersetzen erhalten wir dann ein 21/40 Trimix, also 21% Sauerstoff, 40% Helium und der Rest Stickstoff, also 39%. Mit diesem Gemisch können wir dann einen Tauchgang unternehmen, welcher von der Narkose her mit einem Preßlufttauchgang auf 32,5 Metern zu vergleichen ist.

Nun ein paar theoretische Grundlagen zu Trimix:


Eigenschaften von Helium

Helium hat im Vergleich zu Stickstoff ein paar grundlegend andere Eigenschaften. Helium ist farblos, geruchslos und geschmackslos. Durch die andere Dichte von Helium wird die Stimme verzerrt, was man als die Micky Maus Stimme im Chemieunterricht kennt. Außerdem besitzt Helium eine hohe thermische Leitfähigkeit. Durch die geringe Dichte und die fehlende narkotischen Eigenschaften, wird Helium in Gasgemischen zum Tieftauchen verwendet. Bei sehr hohen Partialdrücken von Helium kann das HPNS ( High Pressure Nervous Syndrome ) auftreten, das sich auf das Nervensystem auswirkt und zur Unkontrollierbarkeit von Gliedmaßen führen kann. Eine weitere schlechte Eigenschaft von Helium ist der Preis, es ist relativ teuer.

Zurück zum Anfang

Äquivalente Narkosetiefe

Der Hauptgrund für den Einsatz von Trimix liegt wohl in der Vermeidung des Tiefenrausches bei tiefen Tauchgängen. Bekanntermaßen kann schon ab 30 Metern Tiefenrausch auftreten, wie ist es dann erst in Tiefen von 60-100 Metern. Dort mit Preßluft zu tauchen wäre wie Russisch Roulette mit 5-6 Kugeln in einer Revolvertrommel. Es ist auch gar nicht notwendig in solchen Tiefen mit Preßluft zu tauchen, da einem geeignete Gasgemische die Möglichkeit geben die Risiken bei solchen Tauchgängen sehr weit zu reduzieren, indem zum Beispiel sichergestellt wird, daß der Sauerstoffpartialdruck 1,6 bar nicht übersteigt und daß die vergleichbare Narkosetiefe auf einer relativ geringen Tiefe liegt. Berechnen läßt sich die äquivalente Narkosetiefe folgendermaßen:

Man nimmt den Stickstoffanteil im Gasgemisch und berechnet den Stickstoffpartialdruck für die gewünschte Tauchtiefe, dann berechnet man auf welcher Tiefe mit Preßluft der gleich Stickstoffpartialdruck wäre und hat somit die äquivalente Narkosetiefe.

Beispiel:

Gemisch Trimix 19/40 maximale Tauchtiefe 70 Meter

Der absolut Druck in 70 Metern beträgt 8 bar, der Stickstoffanteil im Gemisch ist 41% ( 100% - 19% - 40% = 41 % )

70 Meter / 10 Meter/bar + 1 bar = 8 bar

8 bar * 0,41 = 3,28 bar pN2

Diesen Stickstoffpartialdruck hat Preßluft auf einer Tiefe von 31,5 Metern.

3,28 bar / 0,79 = 4,15 bar

( 4,15 bar -1 bar ) * 10 Meter/bar = 31,5 Meter

Man sieht also, daß wir mit dem Tauchgang mit Trimix auf 70 Metern so narkotisiert werden wie wenn wir mit Preßluft auf 31,5 Matern tauchen würden.

Zurück zum Anfang

Sauerstoffanteil im Trimix

Wenn wir mit einem Sauerstoffanteil von 21% tiefer wie 66 Meter tauchen überschreiten wir die Grenze für den Sauerstoffpartialdruck von 1,6 bar. Deshalb ist es erforderlich für tiefere Tauchgänge den Sauerstoffanteil zu reduzieren. Allerdings kann dann das Gemisch für die Oberfläche und den Abstieg / Aufstieg eventuell nicht mehr benutzt werden, da hierfür der Sauerstoffanteil dann nicht mehr ausreichend könnte. Das Gemisch sollte nur auf Tiefen benutzt werden wo ein minimaler Sauerstoffpartialdruck von 0,21 bar gewährleistet ist. Für geringere Tiefen wie Dekompressionsstop oder Oberfläche müssen andere Gemische mit ausreichendem Sauerstoffanteil benutzt werden, was in der Regel ohnehin getan wird, da man durch sauerstoffangereicherte Gemische versucht die Dekophase zu verkürzen. Der maximale Sauerstoffanteil läßt sich errechnen, wenn man die maximale Tauchtiefe und den maximal gewünschten Sauerstoffpartialdruck kennt.

Beispiel:

Tauchgang mit Trimix auf 100 Meter, der Heliumanteil soll 40% betragen.

Der absolut Druck in 100 Metern beträgt 11 bar, dermaximale Sauerstoffpartialdruck soll 1,5 bar nicht überschreiten.

100 Meter / 10 Meter/bar + 1 bar = 11 bar

1,5 bar / 11 bar = 0,136

Wir wählen also einen Sauerstoffanteil von 13 % in unserem Trimix, was einen pO2 von 1,43 bar auf 100 Metern Tiefe ergibt.

Wo liegt dann die minimale Einsatztiefe für unser Gemisch ?

Der minimale Sauerstoffpartialdruck soll 0,21 bar betragen.

0,21 bar / 0,136 = 1,54 bar

( 1,54 bar -1 bar ) * 10 Meter/bar = 5,4 Meter

Wir müssen also an der Oberfläche und während des Abstiegs bis auf 5,4 Meter ein anderes Gemisch, z.B. Preßluft, atmen. Genauso beim Aufstieg, sobald die Tauchtiefe 5,4 Meter unterschreitet.

Zurück zum Anfang

Copyright © 1998 Matshark